bundesgrenzschutz

Historie Grenze Grenztruppen Sperrgebiet Sperranlagen Türme SM-70 GAK

SM-70

[weiter]

Die Geschichte der SM-70 (SM bedeutet Splittermine) geht indirekt auf das Jahr 1961 zurück. In diesem Jahr wurde im August West- und Ostberlin durch eine Mauer getrennt. Die DDR begann systematisch, ihr Staatsgebiet abzugrenzen und damit eine Flucht unmöglich zu machen. Am 14. September 1961 traf sich der Verteidigungsminister der DDR, H. Hoffmann, mit dem Oberbefehlshaber der sowj. Streitkräfte in Deutschland, Marschall Konjew. Dieser hatte konkrete Pläne über den Ausbau der Grenze zur Bundesrepublik und Westberlin. Unter anderem fordert er ..[...] Drahtsperren, Minenfelder, Signalvorrichtungen Beobachtungstürme und Kontroll- und Patrouillenstreifen anzulegen [...]. Eine weitere Vorgabe, bzw. Forderung von ihm ist, das an der Grenze Bodenminen verlegt werden sollen. Vor Ortschaften die Druckmine vom Typ PMD-6 und außerhalb in Gebieten ohne direkte Nähe zu einer Ortschaft die Splittermine POMS-2.

Zwei Tage zuvor, am 12. September, wurde die Deutsche Grenzpolizei, die bis dahin dem Ministerium des Inneren unterstanden hatte, als “Kommando Grenze der Nationalen Volksarmee” vom Min. für Nationale Verteidigung übernommen. Eine Übersicht über die bestehenden Grenzbefestigungen zeigte auf, das an der Grenze zur Bundesrepublik nur ca. 10 % der gesamten Grenzlänge mit einem einreihigen Stacheldrahtzaun abgesichert war. Diese Erkenntnis forcierte den Ausbau der Sperranlagen und natürlich auch der Minenfelder entlang der innerdeutschen Grenze. Diese Minenfelder hatten eine abschreckende Wirkung, beim Treten auf die Mine verloren die Flüchtlinge zum Teil beide Beine, viele Menschen verbluteten nach den Detonationen oder trugen andere schwere Schäden davon.

Den Vorteilen für die Grenzsicherung standen aber Nachteile gegenüber. Die Minen trafen nicht nur Flüchtlinge, auch Grenzsoldaten waren unter den Opfern. Durch Regenfälle wurden die Minen weggespült, und die Minenlagepläne stimmten nicht mehr mit der Realität überein. Außerdem erfolgte nicht selten eine Auslösung durch Wild welches durch die Minenfelder lief.

Ende der 60er Jahre begann der “Pioniermäßige Ausbau der Staatsgrenze der DDR”. Der damalige Befehlshaber der Grenztruppen, Erich Peter, erließ den Befehl, die Spilttermine 70 zu eproben. Diese Mine war jedoch kein Produkt der DDR. Ein Westberliner Journalist fand 1976 heraus, das die Nationalsozialisten mit dieser Waffe die Konzentrationslager umzäunen wollten. Der ursprüng- liche Erfinder war E. Lutter, ein SS Obersturmbannführer und Chef des Referats II D (Waffenwesen) im Reichssicherheitshauptamt. Die Waffe kam aber unter den Nationalsozialisten nicht mehr zum Einsatz. Nach Kriegsende fielen die Konstruktionspläne den sowjetischen Truppen in die Hände. 1955 gab es schon mal eine Begutachtung durch die Stasi, die Pläne wurden aber wieder in den Panzerschränken abgelegt. 1969 begann dann die serienmäßige Herstellung der SM-70. 

Bei der Bezeichnung SM-70 handelt es sich um die Bezeichnung von westlicher Seite. Offiziell hieß die Anlage innerhalb der DDR Anlage 501. Dazu gab es bereits im August 1970 eine Einsatzkonzeption seitens der GT der DDR, die im September 1970 vom Minister für Nat. Verteidigung bestätigt wurde. Mit Befehl 56/70 des Befehlshabers der GT der DDR vom 09.10.1970 wurde die Errichtung einer Erprobungsanalage (Truppenversuch) an der deutsch-deutschen Grenze angeordnet. Noch im Oktober 1970 wurde mit der Errichtung eines Erprobungsabschnitts von insgesamt 15km Länge im Grenzabschnitt des Grenzregiment 24 begonnen. Innerhalb der GT gab es Grenzregimenter (GR) deren Abschnitte immer wieder für Truppenerprobungen von Technik und Grenz- sicherungsvarianten genutzt wurden. Eines dieser GR war das Grenzregiment 24. Der Erprobungsabschnitt befand sich nordwestlich Salzwedel bis etwa nord-westlich Ziemendorf.