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Am 23.12.1989 wurde die Grenze zwischen Bad Helmstedt (Brunnental) und Beendorf geöffnet. An den Orten, an denen eine Grenzöffnung stattfand, wurde meißtens eine Feier veranstaltet. So auch in Beendorf. An der Straße vor der Grenze bis weit ins Dorf hinein waren auf der nördlichen Seite dicht an dicht Buden aufgestellt worden, wo Getränke und Essen ausgegeben wurden. Zu dieser Grenzöffnung bin ich mit meiner großen Tochter Nadine hingefahren. Zunächst sind wir weit ins Dorf hineingegangen, bis zur Gastwirtschaft. So viele Menschen auf einmal hatte Beendorf wohl noch nie gesehen und auch nie wieder. In die Gaststätte kam man garnicht mehr hinein. Da wir zwei mal zur Toilette mussten, drängelten wir uns an den Leuten, die vor der Tür standen und dort ihre Getränke zu sich nahmen, vorbei. Nach dem Toilettengang ging es noch eine Runde durchs Dorf und dann wieder zurück. |
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Auf der Straße mit den Buden kam ich ins Gespräch mit dem Beendorfer Hagen. Wir waren etwa im gleichen Alter und verstanden uns auf Anhieb. Nachdem wir ein Bier zusammen getrunken hatten, Nadine eine Brause, war zwischen Hagen und mir bereits eine richtige kleine Freundschaft entstanden. Den Rückweg nach Bad Helmstedt machten wir gemeinsam. Nadine saß bei Hagen auf den Schultern. Ich lud Hagen zu mir nach Hause ein und er stimmte auch sofort zu. So verbrachten Hagen und ich den ganzen Nachmittag und Abend zusammen in Büddenstedt. Hagen lernte auch noch ein paar Freunde von mir kennen. |
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Ab dem 24. 12. 1989 konnten wir als Bundesbürger dann visumfrei in die DDR einreisen. So machten wir aus, dass wir gleich um Mitternacht Hagen mit dem Auto nach Hause brachten. Sigger (ist inzwischen mein Schwager), Axel (ist inzwischen mit Hagens damaliger Frau verheiratet) und ich. Wir waren kurz vor 24 Uhr am Grenzübergang Bundesstraße 1 Helmstedt - Morsleben, dort wo der ausgebrannte Busanhänger stand und fuhren Punkt 0:00 Uhr über die Grenze. Auf der Straße nach Morsleben war richtig was los. Wir brauchten bald eine halbe Stunde, bis wir in Morsleben waren. Laufend hielt man uns an und reichte uns Geschenke, Bier, Wein, Schmalzbrote, Kuchen usw. Am Ende hatten wir über 80 Flaschen Bier im Auto. An dieser Stelle nochmal ein Dankeschön an die Morslebener. Es war ganicht so einfach, in Beendorf aus dem Auto zu steigen. Damit die Bierflaschen nicht herausfielen, gaben Sigger und Axel sie aus den Fenstern und Hagen nahm sie draußen ab. |
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Wie sich herausstellte, war Hagens Frau eine Kollegin von mir. Sie arbeitete damals bei der Reichsbahn auf dem Bahnhof Marienborn. Sie erzählte mir, das viele der Flüchtlinge aus der Botschaft in Warschau in der Euphorie ihre Personalausweise bei Abfahrt des Zuges in Marienborn aus den Zugfenstern warfen. Die Personaldokumente sollen wie gesät dort gelegen haben. |
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Vielen Dank an Michael Leyda für die beiden Berichte. |
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